www.svlaufen.de: Manfred, die Hinrunde ist nun vorbei. Nach einem grandiosen Saisonstart haben sich die Ergebnisse wieder "normalisiert". Aktuell ist es Platz 5. Wie zufrieden bist du im allgemeinen mit dem Tabellenplatz?
Manfred Reidinger: Ich glaube wir können mit dem jetzigen 5. Tabellenplatz leben. Wir sind leider nach dem starken Saisonstart in ein Tief gefallen. Das gilt es jetzt aufzufangen. Das Ziel dieser Saison war, so schnell als möglich sich an die Kreisklasse gewöhnen. Das ist uns gelungen.
Sehr überzeugend trat deine Truppe am Anfang der Saison auf. Zahlreiche Mannschaften mussten erkennen, dass der SV Laufen nach dem Kreisligaabstieg keinesfalls geschockt ist, sondern mutig die neue Aufgabe angeht. Warst du ebenfalls überrascht vom Saisonstart?
Manfred Reidinger: Der Start gegen Kirchanschöring hat natürlich überrascht. Wir konnten aus diesem Spiel das nötige Selbstvertrauen ziehen und den Schwung mitnehmen. Deshalb kamen auch die guten Ergebnisse heraus.
Die Ergebnisse haben sich im Laufe der Hinrunde normalisiert. Leider steht zum Ende der Runde eine kleine Niederlagenserie. Stinkt dir das im Nachhinein?
Manfred Reidinger: Wenn man den Blick rein auf die Tabelle und dazu die Ergebnisse der anderen Mannschaften sieht, stinkt mir das natürlich. Aber viel wichtiger ist immer noch die Entwicklung der Mannschaft. Da müssen auch Rückschläge verkraftet werden. Es dauert eben noch eine Zeit, bis die neue Spielphilosophie bei allen Spielern sitzt.
Du hattest mit der Integration von neuen Spielern sicherlich einiges zu tun. Haben sich diese Spieler aus der Ferne als auch aus dem eigenen Bereich bewährt und haben sie sich langfristige Plätze im Team erarbeitet?
Manfred Reidinger: Von der Mannschaft sind die neuen Spieler sehr gut integriert worden. Dass noch ein paar Laufwege und taktische Vorgaben noch nicht hundertprozentig umgesetzt werden können, ist klar. Einige Spieler haben erst diese Saison, nach längerer Pause, wieder zum Fußballspielen begonnen. Diese Spieler müssen sich erstmal an die körperliche Belastung gewöhnen. Aber die Burschen sind da auf einem guten Weg.
Mit dem Saisonstart sind natürlicherweise wieder einige Wünsche aufgetreten, die den SV Laufen im Aufstiegsrennen sehen. Sind diese Träume realistisch oder eben nur Träume?
Manfred Reidinger: Wir haben die Situation nach dem tollen Saisonstart natürlich realistisch eingeschätzt. Intern wird nicht vom Aufstieg gesprochen. Es wird von Spiel zu Spiel gedacht. Meine Erfahrung aus der Vergangenheit zeigt einfach, dass es in unserer Situation nichts bringt, wenn man sich hinstellt und sagt: Wenn wir die nächsten 5 Spiele gewinnen, dann können wir Tabellenführer sein. Oder: Wenn wir die nächsten fünf Spiele verlieren, dann steigen wir ab. Schlußendlich wollen wir mittelfristig eine konkurrenzfähige Mannschaft mit jungen Spielern aufbauen. Dafür wird noch einige Zeit benötigt.
Auf manchen Positionen hast du ein Luxusproblem. Zwei hervorragende Torhüter wechseln sich mehr oder weniger in der 1. und 2. Mannschaft ab. Auch in anderen Mannschaftsteilen scheint es einen gesunden Konkurrenzkampf zu geben. Gibt es hier Spannungen innerhalb des Spielerkaders oder gehen das alle mit einem gesunden Abstand an?
Manfred Reidinger: Es gibt überhaupt keine Probleme. Auf der Torhüterposition arbeiten Christian und Michi (Christian Strobl und Michael Höglauer, d.Red.) hervorragend zusammen. Mit dem Xidi (Alexander Kalb, d.Red.) sind die drei ein wirkliches Torwartteam, welches Teamgeist perfekt vorlebt. Es ist wichtig, dass wir einen Konkurrenzkampf aufbauen können, es darf sich niemand ausruhen. Wir, das Trainerteam, können so einfach am besten beurteilen, wer sich entwickeln möchte und sich voll ins Team einbringt.
Mit Markus Klinger hast du einen ehemaligen Spieler an der Seite, der sowohl in der 2. Mannschaft als auch in deinem Team oftmals noch die "Schläuche" schnürt. Als Trainer der 2.Mannschaft steht Markus natürlich noch mehr im Fokus als ein "normaler" Spieler. Wie beurteilst du die Arbeit und den Einsatz von Markus?
Manfred Reidinger: Ich muss dem Markus ein Riesenkompliment machen. Er lebt Teamgeist absolut vor. Er bringt sich nicht nur in der "Zweiten" als Trainer und Spieler ein, sondern steht mir bei der "Ersten" auch noch als Spieler und Co-Trainer zur Verfügung. Er macht wirklich einen Klasse-Job. Markus ist für die Mannschaft und für mich eine absolute Bereicherung.
Am Anfang der Saison warst du noch 1. Abteilungsleiter Fußball des SV Laufen. Nachdem du den Trainerposten übernommen hast, ist nun dein Stellvertreter Michael Niedermeier in der Hauptverantwortung. Hat sich an Zielsetzungen und an der täglichen Arbeit irgendwas verändert und wie hat sich die Zusammenarbeit mit Michael aus deiner Sicht entwickelt?
Manfred Reidinger: Wir beide haben am Anfang der Saison eine Philosophie erarbeitet, die wir beide inklusive Markus Klinger ohne Wenn und Aber verfolgen. Der Michi und ich sind im täglichen Kontakt, auch wenn keine Trainingseinheit stattfindet. Ich von meiner Seite kann nur sagen, dass wir uns blind verstehen.
Wohl und Weh eines Vereins sind natürlich Ergebnisse, wenn möglich positive Ergebnisse. Diese fehlten in den letzten Wochen. Wo willst du ansetzen, um in der Rückrunde wieder ähnlich viele Punkte einzufahren wie in der abgelaufenen Hinrunde?
Manfred Reidinger: Es besteht in allen Mannschaftsteilen und Bereichen noch Arbeitsbedarf. Damit wir aber aus dem Loch wieder herauskommen und ähnlich gut in die Rückrunde starten können, ist absoluter Teamgeist auf und neben dem Platz gefordert.
Es ist schon sehr spannend, wie eng die Kreisklasse punktemäßig zusammen ist. Es kann ganz schnell nach oben gehen, aber auch der Weg nach unten scheint sehr kurz zu sein. Welche Richtung siehst du realistisch für dein Team?
Manfred Reidinger: Wir werden von der Richtung, mittelfristig eine konkurrenzfähige Mannschaft aufzubauen, nicht abweichen. Dabei spielt der Tabellenplatz keine Rolle. Allerdings gilt es schon aufzupassen, nicht in Abstiegsgefahr zu kommen. Das muss mit aller Macht vermieden werden.
"Wer den Ball hat, kassiert selten ein Tor!", so spricht mancher Fußballexperte. Ist Ballbesitz wirklich alles, oder worauf legst du verstärkt den Fokus?
Manfred Reidinger: Naja, rein auf Ballbesitz kann vielleicht der FC Bayern spielen. Die haben die technischen Möglichkeiten. Wir sollten das Spiel auf unsere Spieler auslegen. Im Moment liegt der Fokus auf der Defensive, wir haben erst ein Spiel zu Null gespielt. Wenn wir das auf die Reihe bekommen, können wir uns um die Offensive kümmern.
Was willst du mit dem SV Laufen und deinem Team in dieser Saison noch erreichen? Ein konkretes Saisonziel wurde ja nicht ausgegeben, willst du dies nun nach der Hinrunde wagen?
Manfred Reidinger: Das Ziel wird sich nicht ändern.
Viele wünschen sich ein längeres Engagement eines Trainers Manfred Reidinger auf der Cheftrainerposition des SV Laufen. Wo und wie siehst du deine Zukunft?
Manfred Reidinger: Wenn es gesundheitlich und privat geht, möchte ich natürlich so lange es geht Trainer bleiben. Aber: Der Fokus liegt momentan auf dieser Saison. Alles weitere wird sich zeigen.
Am Schluss unseres Interviews würden wir dich bitten, folgende Sätze kurz zu ergänzen.
Wir fahren weit, wir fahren viel. Eine gute Runde spielen ist unser Ziel !
Mit dem SV Laufen stehe ich am Saisonende auf einem einstelligen Tabellenplatz !
Das Wort "Kreisliga" ist für mich im Moment uninteressant !
In meinem Wortschatz hat das Wort "Aufstieg" eine mittelfristige Bedeutung !
Mein Team ist bald wieder in der Erfolgsspur !
Das Umfeld des SV Laufen ist für mich perfekt !
Taktik ist im Fußball unabdingbar !
Wenn wir ein Tor mehr schießen als der Gegner, ist das der Sieg !
Wir danken Mani Reidinger für seine Zeit und wünschen ihm weiterhin viel Erfolg und eine glückliche Hand bei seiner Arbeit für den SV Laufen.


