Laufen: An einem klassischen Fußball-Freitagabend unter Flutlicht richtet sich der Blick in der Kreisklasse 4 auf die Sportanlage Laufen. Wenn Schiedsrichter Lukas Windfellner um 19:00 Uhr die Partie anpfeift, treffen zwei Mannschaften, der SV Laufen und der SV Kirchanschöring 2, mit völlig unterschiedlichen Saisonverläufen und Ambitionen aufeinander.
Der SV Kirchanschöring II reist als klarer Favorit an. Mit 42 Punkten belegt die Bayernliga-Reserve aktuell den 2. Tabellenplatz und ist der erste Verfolger von Tabellenführer FC Bischofswiesen. Für die Gäste geht es darum, den Druck auf die Spitze aufrechtzuerhalten und den Relegationsplatz abzusichern.
Gastgeber SV Laufen hingegen findet sich mit 31 Punkten auf dem 9. Rang wieder. Während nach oben nichts mehr gehen dürfte und der Fokus an der Salzach derzeit auch woanders liegt, ist das Polster nach unten noch kaum beruhigend. Dennoch will der SV Laufen wieder jubeln und die Hinweise aus Laufen deuten auch darauf hin, dass man sich gegen den Aufstiegsaspiranten nicht kampflos ergeben wird.
Die Heim-Phobie des SV Laufen ist dennoch betrübend. Ein Blick in die detaillierte Statistik offenbart die größte Schwachstelle der Hausherren: die eigene Heimbilanz. In der Heimtabelle belegt der SV Laufen mit lediglich 11 Punkten aus 11 Spielen den enttäuschenden 11. Platz. Ganz anders das Bild in der Fremde: In der Auswärtstabelle rangiert Laufen mit 20 Punkten auf einem starken 3. Platz. Die große Frage für Freitag lautet: Kann Coach Markus Klinger sein Team dazu bringen, die „Auswärts-PS“ endlich auch auf den heimischen Rasen an der Freilassinger Straße zu bringen?
Der SV Kirchanschöring II hingegen ist eine echte Macht in der Fremde. In der Auswärtstabelle belegen sie mit 22 Punkten den 2. Platz und stellen somit eine der unangenehmsten Reise-Herausforderungen der Liga dar.
Besonderes Augenmerk liegt auf den Offensivabteilungen. Beim SV Laufen ruhen die Hoffnungen unter anderem auf Gabriel Öllerer, der mit bereits 17 Saisontreffern auf Platz 4 der ligaweiten Torschützenliste steht. Er wird mit seinen Kollegen versuchen, die Defensive der Gäste, die in 23 Spielen 46 Gegentore zuließ, zu knacken. Auf Seiten der Kirchanschöringer ist Niklas Eder mit 12 Toren der gefährlichste Mann. Mit der geballten Offensivkraft von insgesamt 54 Saisontoren stellt der SVK II den zweitbesten Angriff der Liga.
In Sachen Fairplay begegnen sich beide Teams fast auf Augenhöhe, wobei Kirchanschöring (Platz 9) mit 3,43 Punkten etwas disziplinierter agiert als Laufen (Platz 12) mit 4,04 Punkten. Interessant: Während Kirchanschöring bereits zwei glatte Rote Karten kassierte, sah Laufen in dieser Saison noch keinen direkten Platzverweis.
Alles spricht auf dem Papier für einen Auswärtssieg der „Anschöringer“. Doch wenn Laufen es schafft, den Fluch der Heimschwäche abzulegen und ihre Offensivleute in Abschlussposition bringt, könnte der Tabellenzweite am Freitagabend in Laufen stolpern.
