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Sportanlage und Fußballverein SV Laufen

Laufen: Ein Samstag, zwei Auswärtsspiele – und zweimal steckt reichlich Brisanz drin. Für die Herren des SV Laufen führt der Weg am 10. Oktober gleich zweimal in den Chiemgau. Zunächst ist die erste Mannschaft um 14 Uhr beim TSV Petting gefordert, zweieinhalb Stunden später steigt in Marquartstein das Spitzenspiel der C-Klasse 7 zwischen dem TSV Marquartstein II und dem SV Laufen II. Während die Erste nach dem Achtungserfolg gegen Tabellenführer FC Hammerau den nächsten Schritt machen will, reist die Zweite mit Tabellenführung und breiter Brust zum direkten Verfolger. Es ist ein Auswärtsspieltag, der für beide Laufener Mannschaften zum echten Gradmesser wird.

Für die erste Mannschaft dürfte das 1:1 gegen Hammerau genau zur richtigen Zeit gekommen sein. Nach dem 1:5 gegen Weildorf und dem kaum zu erklärenden 3:4 in Kirchanschöring, als eine 3:0-Führung noch aus der Hand gegeben wurde, brauchte die Mannschaft von Trainer Andreas Brandl vor allem eines: ein Erfolgserlebnis. Dass dieses ausgerechnet gegen den bis dahin souveränen Spitzenreiter gelang, dürfte an der Salzach als wichtiges Signal verstanden werden. Laufen stoppte den Negativlauf, hielt einem der offensivstärksten Teams der Liga stand und steht nach acht Partien nun bei zehn Punkten und 21:15 Toren. Vor allem offensiv muss sich der SVL ohnehin vor niemandem verstecken – schon vor dem Hammerau-Spiel standen 20 Treffer zu Buche, Gabriel Öllerer hatte zu diesem Zeitpunkt allein zehn davon erzielt.

Nun wartet mit Petting allerdings der nächste Gegner aus dem oberen Regal. Der TSV hat 16 Punkte gesammelt und sich damit in der Spitzengruppe festgesetzt. Vier Siege am Stück zu Saisonbeginn unterstrichen früh die Ambitionen, darunter ein deutliches 5:0 gegen Kirchanschöring II. Zuletzt lief es allerdings nicht mehr ganz so reibungslos: Nach dem torlosen Remis gegen Ruhpolding setzte es am vergangenen Wochenende ein 1:3 bei Chieming/Grabenstätt. Der Vorsprung auf die Verfolger ist damit geschmolzen – und genau darin liegt die Laufener Chance. Petting geht als Favorit in die Partie, wirkt momentan aber längst nicht unverwundbar.

Dass der SVL in Petting bestehen kann, hat die Vergangenheit ohnehin gezeigt – auch wenn die Erinnerungen an das letzte Gastspiel weniger angenehm sind. Im November 2025 unterlag Laufen dort mit 0:2. Im Rückspiel drehten die Salzachstädter den Spieß allerdings eindrucksvoll um: Zum Abschluss der vergangenen Saison gewann der SVL ein spektakuläres Duell mit 5:3. Gabriel Öllerer benötigte damals gerade einmal eine Viertelstunde für einen lupenreinen Hattrick und traf später sogar noch ein viertes Mal. Acht Treffer, offene Räume und zwei Mannschaften mit reichlich Zug zum Tor – langweilig war dieses Duell schon damals nicht.

Auch diesmal spricht einiges dafür, dass die Laufener ihre Chance nicht im Abwarten suchen werden. 21 Tore nach acht Begegnungen zeigen, wo die größte Stärke dieser Mannschaft liegt. Entscheidend wird vielmehr sein, jene Stabilität zu finden, die gerade in den schwierigen Wochen zuvor verloren gegangen war. Gegen Hammerau funktionierte das wieder deutlich besser. Gelingt es, diese Konsequenz nach Petting mitzunehmen und gleichzeitig die eigene Offensivqualität auf den Platz zu bringen, ist für den SVL auch beim Tabellenzweiten etwas drin. Die Rollen sind klar verteilt – chancenlos reist Laufen aber keineswegs an.

Und danach wird aus einem interessanten Auswärtsspieltag endgültig ein Spitzenspieltag. Um 16.30 Uhr steht für den SV Laufen II auf der Sportanlage Freiweidach das direkte Duell mit dem TSV Marquartstein II an. Die Ausgangslage könnte kaum reizvoller sein: Laufen reist ungeschlagen an, hat fünf seiner sechs Saisonspiele gewonnen und zuletzt mit dem 1:0 gegen den direkten Konkurrenten DJK Otting II das nächste Ausrufezeichen gesetzt. Aus dem guten Saisonstart ist längst ein echter Lauf geworden. Nach dem 1:1 zum Auftakt in Siegsdorf folgten Siege gegen Taching II, Vachendorf II, Nußdorf II, Surberg II und nun Otting II. Damit steht die Reserve bei 16 Punkten aus sechs Partien – und weiter ganz oben.

Marquartstein dürfte allerdings die bislang wohl gefährlichste Offensivprüfung werden. 27 Treffer in sechs Begegnungen sprechen eine deutliche Sprache. Besonders das 13:0 gegen Traunstein II zeigte, welches Tempo die Hausherren entwickeln können, wenn sie einmal ins Rollen kommen. Gleichzeitig kommt der TSV nicht mit perfektem Rückenwind in das Topspiel: Nach vier Siegen aus den ersten fünf Partien setzte es am Freitagabend beim TSV Tengling II eine überraschende 0:1-Niederlage. Marquartstein steht damit bei zwölf Punkten – Laufen kann den direkten Konkurrenten mit einem Auswärtssieg bereits auf sieben Zähler distanzieren. Umgekehrt würde ein Heimsieg des TSV den Kampf um die Spitze mit einem Schlag wieder völlig öffnen. Mehr Topspiel geht Anfang Oktober kaum.

Dabei treffen zwei Mannschaften aufeinander, deren bisherige Zahlen einen reizvollen Gegensatz ergeben. Marquartstein produziert Tore am Fließband, Laufen II zeichnet dagegen vor allem die Balance aus. Die Salzachstädter haben in den vergangenen Wochen bewiesen, dass sie ganz unterschiedliche Spiele gewinnen können: deutlich wie beim 6:1 in Vachendorf und beim 5:0 gegen Nußdorf, spät und umkämpft wie beim 2:1 in Surberg oder zuletzt knapp mit 1:0 gegen Otting. Gerade diese Fähigkeit, auch enge Begegnungen auf die eigene Seite zu ziehen, macht den Tabellenführer momentan so unangenehm.

So bekommt der kommende Samstag aus Laufener Sicht zwei völlig unterschiedliche, aber gleichermaßen reizvolle Geschichten. Die Erste reist nach Petting mit der Hoffnung, aus dem Punktgewinn gegen Hammerau neues Selbstvertrauen gezogen zu haben und einem weiteren Spitzenteam die Stirn zu bieten. Die Zweite fährt einige Kilometer weiter nach Marquartstein und kann dort aus einem Traumstart erstmals ein echtes Polster im Aufstiegsrennen machen.

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