Laufen: Dieser September hatte beim SV Laufen wirklich alles: Kantersiege, Last-Minute-Drama, eine Reserve im Höhenflug, eine treffsichere Frauen-Spielgemeinschaft, starke Auftritte des Nachwuchses – aber auch Rückschläge, die weh taten. Von der Ersten bis zu den F-Junioren war auf den Plätzen jede Menge los. Und während bei den Herren II plötzlich sogar die Tabellenspitze grüßte, wurde ausgerechnet die bis dahin ungeschlagene Erste zum Monatsende gleich zweimal hart erwischt. Ein September zwischen Euphorie und Ernüchterung.
Dabei begann der Monat beinahe wie gemalt. Die erste Herrenmannschaft empfing die SG Inzell/Weißbach und fegte den Gegner mit 5:0 vom Platz. Mann des Tages: Gabriel Öllerer. Der Angreifer traf gleich dreimal, Julian Draak und Sebastian Hager machten den Fünferpack komplett. Auch die Zweite ließ sich nicht lange bitten und schlug den SV Taching am See II mit 2:0. Andre Kurre brachte den SVL bereits in der zweiten Minute auf Kurs, ehe kurz vor Schluss die Entscheidung fiel. Zwei Heimspiele, sieben Tore, kein einziges Gegentor – besser konnte der erste große September-Sonntag kaum laufen.
Und auch die Frauen der SG TSV Fridolfing/SV Laufen hatten früh im Monat richtig Lust auf Tore. Beim SV 1966 Kay entwickelte sich ein wilder Schlagabtausch, den die SG mit 4:3 für sich entschied. Vier Laufener Treffer – viermal Leonie Wohland! Nur wenige Tage später folgte beim gemeinsamen Team aus Neukirchen und Hammerau der nächste Erfolg. Selina Winkler und erneut Wohland sorgten früh für eine 2:0-Führung, am Ende stand ein 2:1. Der nächste Auswärtstrip führte zum SV Prutting – und auch dort gab es Grund zum Jubeln: Anna-Lena Dürnberger traf früh, Wohland legte nach der Pause einen Doppelpack nach, 3:1. Ein September-Auftakt mit reichlich Offensivpower.
Schon in diesen ersten Tagen war auch bei den A-Junioren Betrieb. Die U19 I der SG Laufen/Leobendorf schlug zunächst den TSV Fridolfing mit 4:1, musste zwei Tage später gegen den SV Gendorf Burgkirchen aber eine knappe 0:1-Niederlage hinnehmen. Erst in der 84. Minute fiel die Entscheidung. Für die U19 II verlief der nächste Test wesentlich schmerzhafter: Beim FC Hammerau setzte es ein deutliches 0:6. Die C-Junioren sammelten dagegen Selbstvertrauen. Auf ein 2:2 gegen Tacherting/Peterskirchen/Engelsberg folgte nur zwei Tage später ein knapper 1:0-Erfolg bei Surheim/Saaldorf. Die Vorbereitung war damit vorbei – und die Pflichtspiele konnten kommen.
Bei den Herren entwickelte sich der September unterdessen immer mehr zu einer Geschichte zweier völlig unterschiedlicher Mannschaften. Die Erste musste bei der SG Übersee/Grassau lange einem 0:1 hinterherlaufen und schien erstmals in der Saison geschlagen. Doch Kapitän Maxi Obermayer hatte etwas dagegen. Mit praktisch der letzten Aktion drückte er den Ball nach einem Draak-Freistoß zum 1:1 über die Linie. Ein Punkt in allerletzter Sekunde – und die Ungeschlagen-Serie lebte weiter. Die Zweite setzte am selben Wochenende sogar noch einen drauf. Beim SC Vachendorf II lag sie zur Pause 0:1 zurück und zerlegte den Gegner anschließend mit sechs Treffern innerhalb von 35 Minuten. Simon Maier traf doppelt, Denis Lohwieser und Andre Kurre waren ebenfalls erfolgreich – aus einem Rückstand wurde ein 6:1-Kantersieg. Und plötzlich stand Laufen II ganz oben.
Dann kam das Wochenende, an dem der Nachwuchs die Schlagzeilen übernahm. Die U19 I startete bei der JFG Teisenberg mit einem 2:1-Auswärtssieg in die Kreisklassenrunde. Die D2 der SG Leobendorf/Laufen legte beim TuS Traunreut II sogar ein 4:0 hin. Und die U15? Die setzte mit einem 5:0 gegen die SG Kay/Tengling/Taching/Tittmoning noch einen drauf. Drei Nachwuchssiege, elf Tore – und ein Startsignal, das sich sehen lassen konnte. Die D1 hatte bei ihrem Auftakt gegen Tacherting/Peterskirchen/Engelsberg dagegen einen schwereren Stand und ging ohne Punkte aus der Partie.
Ausgerechnet an diesem starken Nachwuchs-Wochenende erwischte es die bis dahin ungeschlagene Erste. Gegen die DJK Weildorf setzte es zu Hause ein deutliches 1:5. Yasin Brundu hatte kurz vor der Pause noch auf 1:2 verkürzt, nach dem Seitenwechsel zog Weildorf jedoch davon. Nach fünf ungeschlagenen Ligapartien war die Serie beendet – und zwar mit einem Knall. Besser lief es für die Frauen: Gegen die SG Engelsberg/Garching brachte Leonie Wohland ihre Farben nach der Pause in Führung, zehn Minuten später fiel allerdings der Ausgleich. 1:1, damit vier Punkte aus den ersten beiden Ligaspielen. Auch die U19 II teilte beim 1:1 gegen den TSV Berchtesgaden die Punkte.
Während die Erste erstmals ins Stolpern geriet, marschierte die Zweite einfach weiter. Im Nachholspiel gegen die DJK Nußdorf II gab es ein glattes 5:0. Vier Spiele, zehn Punkte, 14:2 Tore – Laufen II reiste als Spitzenreiter zum direkten Verfolger SV Surberg II. Und dort zeigte die Mannschaft, dass ihr Traumstart längst kein Zufall mehr war. Nach Rückstand kämpfte sich der SVL zurück, David Cienskowski glich noch vor der Pause aus. Dann kam die 86. Minute: Lucas Wendelberger trat einen Freistoß aus rund 40 Metern, der Ball setzte tückisch auf und sprang zum 2:1 ins Netz. Ein kurioser Treffer, drei Punkte und die verteidigte Tabellenführung. Ende September standen für die Zweite starke 13 Punkte aus fünf Partien und 16:3 Tore zu Buche.
Bei der Ersten spielte sich am selben Samstag dagegen ein Drama ab, das noch länger nachwirken dürfte. Beim SV Kirchanschöring II sah nach knapp einer Stunde alles nach der perfekten Antwort auf das 1:5 gegen Weildorf aus. Gabriel Öllerer traf zweimal, Sebastian Hager erhöhte auf 3:0. Der Auswärtssieg schien praktisch eingetütet. Doch dann brach das Spiel komplett auseinander. Ex-Laufener Maximilian Strang leitete mit zwei schnellen Treffern die Aufholjagd ein, später fiel das 3:3 – und in der Nachspielzeit sogar noch das 3:4. Aus einer komfortablen Führung wurde binnen gut einer halben Stunde die zweite Niederlage in Folge. Ein Fußball-Abend zum Haareraufen.
Auch bei den Frauen endete der Monat mit dem ersten echten Dämpfer der Punktrunde. Nach vier Zählern aus den ersten beiden Ligaspielen verlor die SG TSV Fridolfing/SV Laufen beim TSV Obertaufkirchen mit 1:4. Damit ging eine Serie zu Ende, die zuvor reichlich Hoffnung gemacht hatte. Dennoch blieb gerade Leonie Wohland mit ihren zahlreichen September-Treffern eine der auffälligsten Figuren des Laufener Monats.
Und im Nachwuchs? Da war am letzten kompletten September-Wochenende beinahe Dauerbetrieb. Die D1 musste gegen Kay/Tittmoning ihre zweite Niederlage hinnehmen, auch die D2 verlor nach ihrem starken 4:0-Auftakt diesmal gegen Saaldorf/Surheim II. Für die E1 wurde das Gastspiel bei der DJK Otting zur schweren Lehrstunde, während die E2 genau das Gegenteil erlebte und beim BSC Surheim II einen 9:1-Kantersieg feierte. Die F-Junioren waren beim Kinderfestival in Anger im Einsatz – hier stand nicht das klassische Ergebnis, sondern Spielfreude und viele kleine Fußball-Duelle im Mittelpunkt. Und die U15 blieb weiter makellos: Nach dem 5:0 zum Saisonauftakt folgte beim TuS Traunreut gleich das nächste 5:0. Zwei Ligaspiele, zehn eigene Treffer, kein Gegentor – ein Traumstart. Die U19 II war ebenfalls in Ruhpolding im Einsatz und wurde als Sieger geführt.
Den letzten sportlichen Schlusspunkt des Monats setzte schließlich noch einmal die U19 I. Am 30. September empfing die SG Laufen/Leobendorf den TSV Siegsdorf. Nach dem erfolgreichen 2:1-Auftakt bei der JFG Teisenberg blieb damit auch am allerletzten Septemberabend der Laufener Nachwuchs im Einsatz – passend zu einem Monat, in dem auf den Plätzen rund um den SVL praktisch ständig irgendwo ein Ball rollte. Die A1 siegte mit 3:2.
So bleibt vom September 2026 vor allem eines hängen: Beim SV Laufen war richtig Leben drin. Die Zweite wurde mit ihrem ungeschlagenen Lauf zur Mannschaft des Monats, die Erste erlebte erst einen starken Höhenflug und dann zwei brutale Landungen. Die Frauen lieferten Tore und enge Duelle, die U15 startete mit zwei 5:0-Siegen furios, U19 und D2 setzten ebenfalls Ausrufezeichen, während andere Nachwuchsteams Lehrgeld zahlten. Genau das ist Vereinsfußball: jubeln, ärgern, wieder aufstehen. Und nach diesem turbulenten September ist eines sicher – langweilig dürfte es an der Salzach auch im Oktober nicht werden.