Laufen: Es gibt Fußballwochen, da läuft der Ball wie am Schnürchen. Es gibt Wochen, da muss man sich jeden Punkt hart erarbeiten. Und dann gibt es diese Woche beim SV Laufen. Eine Woche, in der offenbar der Fußballteufel persönlich den Spielplan in die Finger bekommen hatte – und beschlossen hat, einmal quer durch sämtliche Altersklassen ordentlich Unheil anzurichten. Der Mann mit den Hörnern hatte Überstunden gebucht. Nur einen Ort hatte er offenbar nicht ins Navigationsgerät eingegeben: Piding! Dort rettete die A-Jugend, was zu retten war.
Unter der Woche: Der Teufel wärmt sich auf. Bereits am Mittwoch kündigte sich an, dass der Fußballgott wohl Urlaub genommen und seine Vertretung aus der Unterwelt geschickt hatte. Die E2 des SV Laufen musste sich beim FC Hammerau II mit 2:3 geschlagen geben. Knapp daneben ist eben auch vorbei. Drei Gegentore, keine Punkte – der Teufel hatte seinen ersten Streich gespielt. Immerhin hielt die C-Jugend der SG Laufen/Leobendorf dagegen. Beim 1:1 gegen die SG Waging/Petting blieb die Mannschaft ungeschlagen. Kein Sieg, aber wenigstens ein Punkt, den der ungeliebte Besucher nicht mitnehmen konnte.
Am Freitag nahm das Unheil richtig Fahrt auf. Die D1 der SG Leobendorf/Laufen kassierte gegen die SG Obing/Pittenhart eine 2:4-Niederlage. Zwei eigene Treffer waren zwar vorhanden, doch hinten schlug der Teufel gleich viermal zu. Bei der D2 wurde es gegen die SG Ruhpolding/Inzell noch ungemütlicher. Das 0:6 war eine jener Begegnungen, nach denen man die Ergebnisanzeige am liebsten vorsorglich ausschaltet. Sechs Gegentore und kein eigenes – da hätte selbst der Fußballteufel sich selbst Einhalt bieten können. Hat er aber nicht. Piding: Hier musste der Teufel draußen bleiben! Und dann kam endlich der Lichtblick! Die A1 der SG Laufen/Leobendorf reiste zur JFG Hochstaufen nach Piding und holte einen verdienten Platz in dieser ansonsten ziemlich düsteren Wochenchronik: 2:0-Auswärtssieg! Vier Spiele, vier Siege, zwölf Punkte und die Tabellenführung. Während anderswo die Ergebnisse in Richtung Restmülltonne wanderten, lieferte die A-Jugend erneut ab. Offenbar hatte der Fußballteufel auf dem Weg nach Piding die Ausfahrt verpasst. Vielleicht war ihm auch einfach die Fahrt zu weit. Jedenfalls blieb die Unterwelt draußen und die drei Punkte gingen mit nach Hause.
Wer gehofft hatte, am Samstag würde sich das Blatt wenden, wurde eines Besseren belehrt. Die Frauen der SG Fridolfing/Laufen mussten bei der SG Schechen/Rott am Inn ein 0:4 hinnehmen. Offensiv wollte nichts Zählbares gelingen, defensiv schlug es viermal ein. Der Fußballteufel hatte offenbar auch für die Damenabteilung einen Termin reserviert. Und dann die zweite Herrenmannschaft! Als ungeschlagener Tabellenführer nach Marquartstein gereist, wollte der SV Laufen II seine Erfolgsserie ausbauen. Stattdessen setzte es im Spitzenspiel gegen den TSV Marquartstein II eine 0:3-Niederlage. Die erste Saisonpleite war damit perfekt. Der Spitzenplatz blieb zwar noch erhalten, aber die weiße Weste landete direkt im Wäschekorb. Auch die erste Herrenmannschaft hatte mit dem schweren Auswärtsspiel beim TSV Petting eine anspruchsvolle Aufgabe auf dem Programm. Nach dem starken Auftritt gegen Hammerau sollte eigentlich neuer Schwung entstehen. Doch in dieser "Teufelswoche" war wohl irgendwie die Hoffnung auf sportliche Sonnenscheintage ohnehin ein ziemlich mutiges Unterfangen. 1:2 Niederlage und das Abrutschen auf einen Abstiegsrelegationsplatz verhagelte den guten Saisonstart.
Wochenfazit: Ein Fall für die Abfallwirtschaft. Der Fußballteufel hatte sich beim SV Laufen ordentlich ausgetobt. Gegentore wurden verteilt wie Werbeprospekte, Punkte waren Mangelware und manche Ergebnisanzeige hätte man am liebsten mit einer dunklen Decke verhängt. Die C-Jugend rettete einen Punkt, die A-Jugend einen wichtigen Sieg und die Zweite immerhin noch ihre Tabellenführung. Aber eines sollte auch der Fußballteufel wissen: In Laufen lässt man sich von einer schlechten Woche nicht unterkriegen. Die Trikots werden gewaschen, die Wunden geleckt, die Schuhe geschnürt – und nächste Woche geht das Ganze von vorne los. Vielleicht hat der Teufel bis dahin ja Urlaub. Am besten andernorts. Dort kennt er sich offensichtlich ohnehin nicht so ganz aus. Die Ergebnisse der Woche gehören größtenteils in die Tonne – der Zusammenhalt an der Salzach ganz sicher nicht!