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Sportanlage und Fußballverein SV Laufen

Laufen: 70 Zuschauer sahen am Sonntagnachmittag Abnutzungskampf pur an der Freilassinger Straße in Laufen. Ein Spiel, das nur selten begeisterte und schlussendlich zwei Mannschaften offenbarte, die an diesem Tag wahrlich kein Siegergen ausstrahlten. So trennten sich der SV Laufen und der SV Ruhpolding völlig gerecht und verdient schiedlich-friedlich mit 1:1. Abstiegsrelegationsplatz gegen direkten Abstiegsplatz – viel anders konnte diese Partie angesichts der tabellarischen Ausgangslage wohl kaum verlaufen und enden. Der SV Ruhpolding konnte mit dieser Punkteteilung deutlich besser leben als der sichtlich angeknockte SV Laufen, doch schlussendlich für beide in dieser Tabellensituation eigentlich unnütz. Beide Mannschaften müssen in den verbleibenden drei Spielen noch einiges drauflegen, um nicht auf eben jenen unliebsamen Tabellenplätzen in die Winterpause gehen und das Fußballjahr beenden zu müssen.

Fünf Minuten waren in Laufen gespielt, als die 70 Zuschauer die erste dicke Tormöglichkeit zu sehen bekamen. Ioannis Koutsaftikis schickte Elias Maier auf der linken Außenbahn durch. Maiers Hereingabe wurde im Zentrum durchgelassen und landete bei Dustin Kurth, der aus aussichtsreicher Position allerdings nur den Pfosten traf. Die heimische Elf aus Laufen konnte sich glücklich schätzen, hier nicht schon früh in Rückstand geraten zu sein. Eine Viertelstunde war gespielt, als auch der Gastgeber erstmals gefährlich vor dem gegnerischen Gehäuse auftauchte. Nach mehreren Stationen bekam Sebastian Hager das Leder von Florian Ramgraber serviert. Hagers Abschluss verfehlte das Tor jedoch um gut einen Meter. Grundsätzlich hatte in der Anfangsviertelstunde der Gast aus Ruhpolding mehr vom Spiel und versuchte, mit sicheren Ballkombinationen die eigene Sicherheit zu gewinnen und eine gewisse Spielhoheit herzustellen. Der SV Laufen konnte in dieser Phase jedoch das Blatt wenden und sich seinerseits mehrere gute Möglichkeiten herausspielen, die schlussendlich auch zur Führung reichen sollten. In der 19. Minute zeigte die Brandl-Elf den nächsten sehenswerten Spielzug. Sebastian Hagers Hereingabe fand Gabriel Öllerer, der aus kurzer Distanz allerdings ebenfalls nur „Freund Aluminium“ traf. Nur eine Minute später setzte sich Julian Draak durch, scheiterte jedoch aus spitzem Winkel an Xaver Utzinger im Ruhpoldinger Gehäuse. Der Nachschuss von Stephan Kraller rollte am Utzinger-Tor vorbei. Acht Minuten später klingelte es dann aber doch im Kasten der Gäste. Eine schöne Kombination landete bei Sebastian Hager, der in dieser Spielphase regelrecht aufblühte. Hager marschierte einige Meter und lupfte das Leder mit viel Gefühl halbhoch über Ruhpoldings Keeper hinweg zum 1:0 in die Maschen. Wer nun allerdings dachte, der SV Laufen würde mit der Führung im Rücken das Spielgeschehen endgültig an sich reißen, sah sich schnell getäuscht. Der SV Ruhpolding ließ sich vom Rückstand keineswegs aus dem Konzept bringen und machte weiterhin einiges für dieses Kreisklassenmatch. Gleich im Anschluss an Laufens Führung marschierte Frederik Brendel auf der rechten Außenbahn durch. Seine Flanke erreichte Florian Müller, dessen Kopfstoß allerdings zu zentral geriet. Thomas Böhm im Laufener Tor hielt sicher fest. Nach 33 Minuten hätte sich der SV Laufen über den Ausgleich keineswegs beschweren dürfen. Wenige Schritte vor dem Fünfmeterraum bekam Laufens Hintermannschaft das Leder nicht entscheidend geklärt und präsentierte Florian Müller damit eine hundertprozentige Einschussmöglichkeit. Aus kürzester Distanz reagierte jedoch SVL-Keeper Thomas Böhm glänzend und rettete, was noch zu retten war. So blieb den Hausherren die knappe Führung bis zum Pausenpfiff erhalten.

Einen heftigen Nackenschlag mussten die heimischen Laufener, die an diesem Nachmittag in Sachen Präsenz und Konsequenz nicht immer bei hundert Prozent angelangten, bereits zwei Minuten nach Wiederbeginn hinnehmen. Völlig überrumpelt und allzu sorglos ließ sich die Laufener Hintermannschaft von einem langen Ball aus der Ruhpoldinger Hälfte aushebeln. Rund 25 Meter vor dem eigenen Gehäuse verlor ein Laufener Verteidiger den wohl entscheidenden Zweikampf, sodass Tobias Hipf ungehindert durchmarschieren konnte. Hipf ließ Thomas Böhm keine Abwehrchance und stellte auf 1:1. Ein Treffer, der den Hausherren sichtlich zusetzte und dem bisherigen Spielverlauf durchaus entsprach. Was sich ab diesem Zeitpunkt an der Freilassinger Straße bot, war ein zähes Ringen mit zahlreichen Ballverlusten, individuellen Fehlern auf beiden Seiten und der beinahe verzweifelten Hoffnung auf den berühmten „Lucky Punch“. Spielerische Glanzlichter waren nun Mangelware. Bis weit in die Schlussphase hinein war wenig Erwähnenswertes zu sehen. Beide Mannschaften hatten schier mit sich selbst zu kämpfen und hofften wohl insgeheim, dass zumindest in der eigenen Box nichts Größeres mehr passieren würde. Allerdings agierten beide Teams in der Rückwärtsbewegung immer wieder zu sorglos, um diese Hoffnung tatsächlich untermauern zu können. Es war Abstiegskampf in seiner reinsten Form – viel Kampf, wenig spielerische Klasse und auf beiden Seiten die deutlich erkennbare Angst, den entscheidenden Fehler zu begehen. In der Schlussphase war es dann zunächst der SV Laufen, der doch noch einmal versuchte, den Lucky Punch zu setzen. Julian Draak setzte sich in der 83. Minute auf der rechten Seite durch. Gabriel Öllerer ließ Draaks Hereingabe geschickt passieren, sodass der eingewechselte Bastian Frank an das Leder kam und sich dieses zum Abschluss zurechtlegen konnte. Frank jedoch – wie sollte es an einem derart gebrauchten Nachmittag auch anders laufen – setzte seinen Schuss an den Pfosten. Es war die größte Möglichkeit der Brandl-Elf, dem zähen Ringen doch noch ein glückliches Ende aus Laufener Sicht zu bescheren. Auf der Gegenseite musste der Hausherr weiterhin einige vielversprechende Ansätze der Ruhpoldinger unterbinden, die allerdings mit dem einen Zähler augenscheinlich besser leben konnten und keineswegs mehr das ganz große Risiko suchten. Der Schlussakt dieser wenig begeisternden Kreisklassenpartie war schließlich SVL-Kapitän Maxi Obermayer vorbehalten. Nach einem Freistoß von Julian Draak in der Schlussminute setzte Obermayer seinen Kopfstoß im Fallen am Tor vorbei. Es wäre allerdings auch des Guten zu viel gewesen, hätte dieses Spiel tatsächlich noch einen Sieger gefunden. Zu ähnlich waren die Tagesleistungen der beiden Mannschaften, zu fehlerbehaftet das Auftreten auf beiden Seiten und zu selten war der unbedingte Wille erkennbar, diese Partie mit aller Macht für sich entscheiden zu wollen. Ein Sieger wäre an diesem Nachmittag schlicht nicht verdient gewesen.

Schiedsrichter Christian Scholz, der grundsätzlich eine gute und souveräne Leistung bot, beendete nach vier Minuten Nachspielzeit eine Partie, die wohl keinem der Beteiligten lange in positiver Erinnerung bleiben dürfte. Für den SV Ruhpolding war es ein durchaus brauchbarer Zähler, für den SV Laufen hingegen fühlte sich dieses 1:1 wohl eher wie eine weitere verpasste Gelegenheit im Abstiegskampf an. Und eines dürfte nach diesem Sonntagnachmittag beiden Mannschaften klar sein: Mit derart überschaubaren Leistungen wird es schwer, sich bis zur Winterpause aus den Niederungen der Tabelle zu befreien.

Foto: Zweikampf im Abnutzungskampf zwischen Laufen und Ruhpolding: Florian Ramgraber (in rot für den SV Laufen) und Dustin Kunth (Foto: Zuckschwerdt).

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