Laufen: Derby ist Derby – und wenn der SV Laufen auf den SV Leobendorf trifft, geht meist die Mannschaft aus der Salzachstadt als Sieger vom Platz. So war es auch am Samstagnachmittag (7. November), als der SV Laufen den Nachbarn zum Stadtderby empfing. Unabhängig von der jeweiligen Form der beiden Mannschaften scheint der Ausgang dieses Duells häufig derselbe zu sein. Diesmal mit 4:0 für den SV Laufen.
Bereits im März hatte sich der SV Laufen mit 6:1 durchgesetzt. Auch diesmal ließen die Hausherren wenig Zweifel daran aufkommen, wer den Platz als Sieger verlassen würde. Im Vergleich zu den vergangenen Wochen präsentierten sich die Mannen von Trainer Andreas Brandl wie ausgewechselt und bezwangen das Team seines Cousins Daniel Burr deutlich mit 4:0. Damit verabschiedet sich der SV Laufen mit einem Erfolgserlebnis in die Winterpause, steht in der Tabelle allerdings weiterhin auf einem Abstiegsrelegationsplatz.
Nach einer Schweigeminute für den kürzlich verstorbenen Heinz Langbauer, der von 1979 bis 1988 Vereinsvorsitzender des SV Laufen gewesen war, begann die Partie vor 400 Zuschauern. Die Hausherren mussten allerdings gleich zu Beginn einen personellen Rückschlag verkraften. Nach einem Sprint blieb Sebastian Hager bereits in der vierten Spielminute am Boden liegen und musste aufgrund von Oberschenkelproblemen frühzeitig ausgewechselt werden. Für ihn kam Youngster Bastian Frank in die Partie, der seine Sache anschließend gut machte. Die erste Torchance gehörte den Gästen aus Leobendorf. Auch wenn es ihre einzige wirklich gefährliche Möglichkeit in diesem Kreisklassenspiel bleiben sollte, hätte sie mit etwas Glück durchaus zur Führung reichen können. In der zwölften Minute erreichte eine Flanke von Levi Hufnagl über die rechte Außenbahn Maxi Eidenhammer, der mit einem flachen Abschluss für Gefahr sorgte. Laufens Torhüter Thomas Böhm war jedoch zur Stelle und parierte sicher. Nur zwei Minuten später hätte es auf der Gegenseite beinahe geklingelt. Bastian Frank legte auf der halbrechten Position kurz auf Karl Seger ab. Dessen Flanke erreichte Gabriel Öllerer, dessen Abschluss jedoch abgefälscht ins Toraus flog. In der 18. Minute rückte Schiedsrichter Maximilian Baumgartner erstmals mit einer wichtigen und zugleich richtigen Entscheidung in den Mittelpunkt. Nach einem Einwurf prüfte Gabriel Öllerer Leobendorfs Torhüter Emanuel Salomon mit einem scharfen Schuss. Dieser konnte den Ball zunächst nur abprallen lassen und brachte anschließend den in Ballbesitz gelangten Julian Draak zu Fall. Baumgartner zeigte zu Recht auf den Elfmeterpunkt. Gabriel Öllerer übernahm die Verantwortung, erwischte den Ball allerdings nicht richtig und setzte seinen Strafstoß am Tor vorbei. In der Folge verlor das Derby etwas an Tempo. Über weite Strecken verlief die Begegnung fair und ohne größere Emotionen. Ein Freundschaftsspiel war es dennoch keineswegs, schließlich standen für beide Mannschaften wichtige Punkte im Kreisklassenkampf auf dem Spiel. Nach 32 Minuten durften schließlich die Laufener Anhänger jubeln. Ein Angriff über die linke Seite brachte die Führung: Gabriel Öllerer schickte Julian Draak mit einem scharfen Flachpass in den Strafraum. Draak behielt vor Torhüter Salomon die Ruhe und schob überlegt zum 1:0 ein. Nachdem die ersten zehn Minuten noch weitgehend den Gästen gehört hatten, übernahm der SV Laufen zunehmend die Kontrolle über das Spiel. Die Führung war zu diesem Zeitpunkt deshalb durchaus verdient. Ein Lob verdiente sich auch Schiedsrichter Maximilian Baumgartner, der die Begegnung jederzeit souverän leitete und keine nennenswerten Probleme hatte. Allerdings machten es ihm beide Mannschaften mit ihrer fairen Spielweise auch leicht. Diskussionen mit dem Unparteiischen gab es so gut wie keine. Als sich die Zuschauer gedanklich bereits auf den Pausenpfiff eingestellt hatten, wäre dem SV Laufen beinahe noch ein zweiter Treffer gelungen. Ein weiter Ball von Julian Draak erreichte Gabriel Öllerer, der sich trotz starker Bedrängnis in Richtung Tor durchsetzte, im direkten Duell mit Salomon jedoch scheiterte. So ging es mit der knappen Führung der Hausherren in die Kabinen.
Nach dem Seitenwechsel bestimmte der SV Laufen das Geschehen nahezu vollständig. Leobendorf fand kaum noch den Weg gefährlich vor das Tor der Gastgeber, während die Brandl-Elf ihre Überlegenheit zunehmend ausspielte. Zehn Minuten nach Wiederanpfiff fiel folgerichtig der zweite Treffer. Im Strafraumgewühl behauptete sich Simon Maier und brachte das Leder an Salomon vorbei im Netz unter – 2:0. Die endgültige Entscheidung war damit zwar noch nicht gefallen, doch der SV Laufen strahlte nun eine Souveränität und Abgeklärtheit aus, die auch die Anhänger der Gäste anerkennen mussten. Die Hausherren ließen kaum noch etwas zu und blieben gleichzeitig offensiv gefährlich. In der 68. Minute segelte eine Flanke von Gerhard Nafe in den Leobendorfer Strafraum. Dort nahm Gabriel Öllerer den Ball sehenswert direkt ab, setzte seinen Abschluss allerdings knapp am Tor vorbei. Die Szene verdeutlichte, dass sich der SV Laufen mit der Zwei-Tore-Führung noch längst nicht zufriedengeben wollte. Nur zwei Minuten später spiegelte sich dieser Offensivdrang auch auf der Anzeigetafel wider. Ein Rückpass der Gäste geriet zu kurz, sodass Gabriel Öllerer dazwischensprinten konnte. Der Angreifer lief erneut auf Salomon zu und brachte den Ball im zweiten Versuch im Netz unter – 3:0. Damit war die Entscheidung im letztlich recht einseitigen Stadtderby gefallen. In der 78. Minute unterlief Leobendorfs Schlussmann schließlich ein folgenschwerer Fehler. Einen Rückpass konnte Salomon nicht unter Kontrolle bringen und servierte Julian Draak damit die nächste Torchance praktisch auf dem Silbertablett. Der Laufener Angreifer ließ sich nicht zweimal bitten und schob zum 4:0-Endstand ein.
Das war es dann auch in Laufen. Der SV Laufen feierte einen deutlichen und verdienten Derbysieg, der einmal mehr zeigte, dass in solchen Begegnungen die vorherige Form nicht unbedingt ausschlaggebend sein muss. Nach einer zunächst etwas wackligen Anfangsphase steigerte sich die Mannschaft von Trainer Andreas Brandl deutlich und belohnte sich mit einem überzeugenden Auftritt. Mit diesem positiven Jahresabschluss können die Salzachstädter nun mit einem guten Gefühl in die Winterpause gehen. Auch wenn die tabellarische Situation weiterhin angespannt bleibt, dürfte der klare Erfolg gegen den Stadtrivalen für neues Selbstvertrauen sorgen. Denn eines hat sich erneut bestätigt: Derby ist Derby – und meistens gewinnt der SV Laufen.